Oberflächenbeschaffenheit

Ausgehend von der Beschaffenheit der Oberfläche lassen sich folgende Papierarten unterscheiden: Maschinenglatte Papiere Satinierte Papiere Gestrichene Papiere Geprägte Papiere

Offsetpapiere/ Offsetdruck

Indirektes Druckverfahren, d.h. der Druck erfolgt von der Druckvorlage über Gummituch auf Papier. Ausschließlich Schmalbahn-Papiere, überwiegend holzfreie Sorten, aber auch mittelfeine oder Recyclingpapiere möglich. Offsetdruck ermöglicht hohe Auflagen, z.T. preisgünstiger als Kopierer. Optimale Laufeigenschaften bringt eine leicht angeraute Oberfläche des Papiers. Für den Offsetdruck notwendige Eigenschaften sind: Einsatzbereich: besondere Massenauflagen von Werbeblättern und Werbeprospekten Entwicklung: rückläufig (zu Gunstenanderer Techniken)

opak

Wenig durchscheinend (opake Folie = weiß)

Opazität

Grad der Lichtundurchlässigkeit. Opazität ist das Gegenteil von Transparenz. Je undurchsichtiger ein Papier ist, desto besser kann es beidseitig bedruckt oder kopiert werden. Holzfreie Papiere sind im allgemeinen weniger opak als holzhaltige Papiere. Durch den Zusatz von Füllstoffen kann die Opazität(Undurchsichtigkeit) erhöht werden. Die Opazität eines Papiers hängt sowohl von der Beschaffenheit des Basispapiers als auch von der Streichmasse ab.  

optische Aufheller

Um die Weiße des Papiers zu erhöhen, werden der Papiersuspension sog. optische Aufheller beigegeben, ergibt eine bläulich-weiße Färbung (ultraviolettes Licht wird in Blaulicht umgewandelt). Papiere mit hohem Aufhelleranteil vergilben und altern schneller als unbehandelte Papiere.

Papier

Definition des Deutschen Normenausschusses: Papier ist ein flächiger meist aus pflanzlichen Fasern bestehender Werkstoff, der durch Entwässerung auf einem Sieb gebildet wird. Dabei entsteht ein Faserfilz, der verdichtet und dann getrocknet wird. Flächengewichte bis ca. 150 g/qm. Diese Abbildungen zeigen Fasern in einer Vergrößerung.

Papier ist ein lebendes Material. Änderungen in Feuchte und Temperatur haben einen großen Einfluss auf das Papier. Falls die Umgebung feuchter ist als das Papier, so nehmen die Papierfasern Feuchtigkeit auf und dehnen sich aus.

Ist die Luft trockener als das Papier, so geben die Papierfasern die eigene Feuchtigkeit ab.
siehe Welligkeit

Papiergroßhandel

Wie der Bundesverband des Deutschen Papiergroßhandels (BVdDP), Celle, bei der Vorlage seines Geschäftsberichtes 1999 mitteilt, hat der deutsche Feinpapiergroßhandel im vergangenen Jahr knapp 3,1 Mio. Tonnen Feinpapier ausgeliefert. Dies entspreche einem Mengenwachstum von 11% gegenüber dem Vorjahr. Trotz des damit verbundenen Umsatzwachstums von 4,8 auf über 5,5 Mrd. DM bestehe für den Papiergroßhandel eine schwierige Marktsituation. Der Anteil des Lagergeschäfts beträgt dabei nur noch 40,9 %.

Trotz Dokumenten-Managementsystemen und Telekommunikation ist der Papierbedarf beispielsweise bei holzfreien und gestrichenen Schreib- und Druckpapieren um 7,3% gestiegen. Speziell die DIN A4- und DIN A3- Produkte hatten ein Wachstum von über 15 %.

Papierherstellung

Papiermaschine

Funktionsweise einer Papiermascheine. Zum Vergrößern bitte anklicken!

1. Papiermaschine im Mittelalter

Papieroberfläche (Zweiseitig)

Bei der Beurteilung der Papieroberfläche unterscheidet man zwischen der Siebseite und der Filzseite (Schönseite).

Siebseite:

Bei der Blattbildung auf der Papiermaschine dem Sieb zugewandte Seite. Sie enthält einen prozentual geringeren Füllstoffanteil, da beim Absaugen des überschüssigen Wassers auch ein Teil der Füllstoffe verloren geht. Die Siebseite ist rauer.

Filzseite:

Dem Sieb abgewandte Seite, sie heißt deshalb Filzseite, weil sie am Ende der Siebpartie auf der Papiermaschine beim Passieren der Gautschwalzen zuerst mit dem Filz in Berührung kommt. Sie wird auch als Schönseite bezeichnet, da die Anhäufung der Füllstoffe und damit die Geschlossenheit der Oberfläche, die für die Bildwiedergabe von Belang ist, auf der Filzseite größer ist.

Durch Einsatz sog. Doppelsiebe bei der Herstellung (d.h. Sieb unter und über der Papierbahn) wird die sog. Zweiseitigkeit fast ganz verhindert.
Pfeil auf Papierpaketen

Papierprüfung

Pappe

Mittelfeiner und/oder aus Altpapier bestehender Karton ab ca. 600 g/qm aufwärts im Gegensatz zur Wellpappe.

Pergament

Ungegerbte, enthaarte, mit Kalk gebeizte Tierhaut. Eines der ältesten bekannten Materialien zum Beschreiben/ Zeichnen.

Pfeil auf Papierpaketen

Irrtümlich wird sehr oft angenommen, daß der Pfeil die Laufrichtung des Papiers kennzeichnen soll. Dies ist jedoch nicht so. Der Hinweis ist bei Kopierpapieren wichtig. Papier hat eine leichte Zweiseitigkeit in der Oberfläche, d.h. Ober- und Unterseite des Papiers (Papieroberfläche) reagieren auf äußere Einflüsse wie Hitze im Kopiergerät unterschiedlich. Hinzu kommt eine absichtlich vorgesehene „Vorspannung“ im Papier, die einer Wölbung beim Kopiervorgang entgegenwirkt. Bei falsch eingelegtem Papier verstärkt sich die Wölbung zwangsläufig sehr stark. Um Problemen aus dem Weg zu gehen, sollte die vom Papierhersteller gekennzeichnete Seite unbedingt zuerst kopiert werden (besonders wichtig bei doppelseitiger Kopie = Duplex-Kopierer).

Phloroglucin

Testsäure um Holzschliff festzustellen. Bei Holzschliffgehalt verfärbt sich die Säure je nach Schliffgehalt hell bis dunkelrot.

pH-Wert

Der Wert der Wasserstoffionenkonzentration, angegeben in einer Skala von 1-14. Das „H“ steht für Wasserstoff, das „p“ für positiv. In der Mitte der Skala liegt der neutrale Wert 7. Von diesem Mittelwert nach rechts, zur 14 hin, steigt der basische Charakter an; pH 14 kennzeichnet eine starke Lauge. Nach links, zur 0 hin, wird die Flüssigkeit zunehmend sauer.
Der pH-Wert ist eine wichtige Größe für das Feuchtwasser im Offsetdruck. Er sollte nicht unter pH 5 liegen, da sonst die Trocknung der Druckfarbe gestört werden kann. Gestrichene Papiere haben einen pH-Wert zwischen pH 8 bis pH 9. Ungestrichene Papiere liegen entweder im neutralen Bereich, oder sie sind leicht sauer.

Saure Papiere haben eine geringere Altersbeständigkeit.

Plano-Papiere

Großformatpapiere ab 43 x 61 cm.

Planschneider-Schnitt

(Eisblock Schnitt) Handschnitt auf Schneidemaschinen 10-15 cm hohe Stapel Papierbogen werden auf die gewünschten Formate zurückgeschnitten. Der Beschnitt ist noch exakter als bei rotativer Schneidweise – allerdings Möglichkeit einer Gratbildung und „Verkleben“ der Blätter beim Druck oder Kopieren.

Postpapiere

Hochwertige, holzfreie Papiere z.B. für Schreibmaschinen oder zur Handbeschriftung  (Zeta, Gohrsmühle, ZANDERS Classic).

Prägezeichen

Nicht zu verwechseln mit Wasserzeichen. Das Prägezeichen wird in einem besonderen Arbeitsgang mit hohem Druck in die Papierstruktur gedrückt.
siehe Pressung

Pressung (auch Prägung)

Mittels Druck wird dem Papier vollflächig eine Struktur aufgepresst, z.B. Leinenstruktur, Hammerschlag, Holzmaser, usw.